Universität Rostock - Medizinische Fakultät - Institut für Arbeits- und Sozialmedizin
E. Münzberger: Modularer Lehrbrief "Einführung in die Arbeitsmedizin"

Abschnitt: Exposition gegenüber physikalischen Arbeitsumweltfaktoren


Gliederung

Lehrbrief - Inhalt

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Mikroklima am Arbeitsplatz
Definition:
Unter Mikroklima am Arbeitsplatz ist die Gesamtheit der vier thermisch wirksamen Klimafaktoren zu verstehen:
- Lufttemperatur; tL [ oC ]
- Temperatur der Umschließungsflächen ; tU [ oC , K ]
- Luftfeuchte; e [ % ; Pa ]
- Luftbewegung / Luftgeschwindigkeit; v [ m/s ]

Ihre Ausprägung an Arbeitsplätzen darf nicht dem Zufall überlassen werden. Der Mensch ist ein homoitohermes Lebewesen, d. h. seine Lebensfunktionen können nur aufrecht erhalten werden, wenn im Körperinneren eine Temperatur um 37 °C herrscht.

Um diese zu gewährleisten, verfügen wir über ein kompliziertes Wärmeregulationssystem.

Aufgrund des exothermen Charakters der meisten biochemischen Prozesse produziert der Körper kontinuierlich Wärme (QProd). Dies erfolgt in Ruhe vorwiegend in den drüsigen Organen (Leber, Milz) und in der Herz- und Atemmuskulatur, bei Belastung in der arbeitenden Muskulatur.

Der zur Verhinderung einer Überwärmung nötige Wärmeaustausch zwischen Organismus und Umwelt erfolgt als "trockener Wärmeaustausch" durch Konvektion (QK, an die umgebende Luft), Temperaturstrahlung (QS, an umgebende Flächen) und Wärmeleitung (QL, an berührte Flächen) sowie als "feuchter Wärmeaustausch" durch Schweißverdunstung (QV).

Darüber hinaus besteht ein Austausch von Wärme, die in aufgenommener Nahrung und in Ausscheidungen enthalten ist (Qmat).

Durch Aufwärmung von Masseanteilen des Körperinneren können bis zu 690 kJ gespeichert werden (QSpeicher). Dieser Speicher wird im Zusammenwirken mit einer Sollwertverstellung der Körperkerntemperatur genutzt, um bei der Behinderung einer Wärmeabgabe dennoch eine thermische Entgleisung zu verhindern, zumindest aber hinauszuzögern.

Die Mechanismen des trockenen Wärmeaustausches führen nur dann zu einer Entwärmung, wenn die Umgebungstemperaturen unter der mittleren Hauttemperatur liegen. Im umgekehrten Fall erfolgt eine Wärmezufuhr.

Der feuchte Wärmeaustausch erfolgt temperaturunabhängig und ist lebensrettend bei hohen Temperaturen. Allerdings kann Schweiß nur verdunsten, wenn die umgebende Luft nicht mit Wasserdampf gesättigt ist. Dies erklärt, daß trockene Wärme relativ gut toleriert wird, bei hoher Luftfeuchtigkeit aber bereits mäßig hohe Temperaturen zu einer thermischen Entgleisung führen können.

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Welche Größen bestimmen das Mikroklima am Arbeitsplatz?

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Biologische Wirkung hoher Umgebungstemperaturen

Die biologischen Wirkungen hoher Umgebungstemperaturen - ausgehend von "Behaglichkeitsbedingungen" - können Sie aus dem folgenden Blockbild ersehen.

klimawirk1.gif (6290 Byte)

 

Beim Hitzekollaps, bei kurzer Dauer auch "Hitzesynkope" genannt, handelt es sich um die Folge eines Mißverhältnisses zwischen zentraler und peripherer Blutversorgung. Er ist vorrangig durch eine Ohnmacht gekennzeichnet, die durch Entfernung aus dem Hitzemilieu und Flachlagerung meist rasch behebbar ist.

Die Wassermangel- und die Salzmangelhitzeerschöpfung sind relativ schwere Krankheitsbilder. Sie treten auf, wenn bei hohen Temperaturen, meist auch gleichzeitiger körperlicher Anstrengung durch starkes Schwitzen ein Wasser- bzw. Salzverlust eingetreten ist, der nicht durch Trinken oder Salzzufuhr behoben werden konnte. Aufregungszustände ("Hitzekoller"), Schwindel, evtl. ein Nachlassen der Harnproduktion, Durchfall und schmerzhafte Muskelkrämpfe bestimmen das Erscheinungsbild.

Der Hitzschlag ist durch eine zentrale Überwärmung bedingt. Ohne Behandlung endet er in 100 %, mit Behandlung immerhin in 20 % der Fälle tödlich. Leitsymptom ist eine erhöhte Körperkerntemperatur, begleitet von Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, motorischer Unruhe, später Ohnmacht und Kreislaufversagen.

Zeichen einer Überforderung der Thermoregulation sind:

  • kontinuierlicher Anstieg der Körperkerntemperatur,

  • Rückgang oder Versiegen der Schweißsekretion,

  • Herzfrequenzanstiege auf Werte über 130 b / min bzw. ein kontinuierlicher Anstieg der Herzfrequenz bei gleichbleibendem Schweregrad der Arbeit.

Die beiden folgenden Abbildungen  zeigen eine Situationsschilderung sowie das Verhalten der Herzfrequenz und der Körperkerntemperatur bei einem Gießer in einer Kugelgraphiteisengießerei an einem warmen Sommertag.

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Gießer an einem "Gießgehänge"

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Herzfrequenz und Körper-Kerntemperatur beim Gießen im Sommer

 

Die dem langwelligen Bereich der optischen Strahlung zugehörigen Wärmestrahlung kann zur Ausbildung eines grauen Stars ("Feuerstar"; Glasbläserstar"; Berufskrankheit Nr. 2401), ) führen.

go_next.gif (886 Byte)S.dazu auch: Leitlinie "Arbeit unter Einwirkung von Wärmestrahlung"

 

Mit welchen Gesundheitsstörungen ist bei Hitzeklima zu rechnen und wie sind diese zu erklären?

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Anpassung an Hitzearbeit

Bei wiederholter Exposition gegenüber hohen Temperaturen kommt es im Verlauf von 2 - 3 Wochen zur Hitzeakklimatisation. Sie ist gekennzeichnet durch

  • Bildung eines feintropfigen, salzarmen Schweißes,
  • Beginn des Schwitzens bereits bei relativ niedrigen Temperaturen,
  • geringere Herzfrequenzanstiege unter Hitzebelastung.

Der Anpassungsmechanismus ist nicht sehr stabil. Die Deakklimatisation erfolgt bereits nach wenigen Tagen.

 

 Was versteht man unter Hitzeakklimatisation?

 

Vorkommen einer beruflichen Exposition gegenüber hohen Temperaturen (Hitzearbeit)

Berufsbedingte Hitzeexposition besteht insbesondere in der Metallurgie (Schmelzer, Gießer, Walzwerker), der Bau- und Grobkeramikindustrie (Trocken- und Brennöfen), in der Glasindustrie, im Untertagebergbau, in Wäschereien, Großküchen, an Heizanlagen sowie Industrieöfen.

 Vorkommen einer beruflichen Exposition gegenüber niedrigen Temperaturen

Kältearbeitsplätze sind vorwiegend in der Nahrungsmittelindustrie (Lagerung, Transport und Verarbeitung von Gefriergut) sowie bei Tätigkeiten im Freien während der kalten Jahreszeit (Fischfang, Wachdienste) anzutreffen.

Wirkung niedriger Temperaturen

Niedrige Umgebungstemperaturen führen zu einem Wärmeentzug. Der Körper reagiert bei allgemeiner Unterkühlung mit einer Durchblutungsminderung und damit Abkühlung der Haut sowie einer Steigerung der Wärmeproduktion durch Muskelzittern. Ein Abfall der Temperatur im Körperinneren führt zu Viskositätsveränderungen kolloidaler Strukturen, zur Verschlechterung der Bewegungsfähigkeit und Abnahme der Muskelkraft. Begleitend sind eine Herabsetzung der Atem- und der Herzschlagfrequenz, evtl. Bewußtseinseintrübungen zu beobachten. Zunehmend tritt eine Verlangsamung aller Stoffwechselprozesse ein bis zu deren Stagnation und der Möglichkeit des Kältetodes bei Körpertemperaturen unter 27 °C.

Lokale Unterkühlung können neben zunächst harmlosen schmerzhaften Sensationen zu Erfrierungen 1. bis 3. Grades führen.

Aufgrund einer allgemeinen Schwächung der Abwehrkräfte des Körpers wird Unterkühlungen eine Rolle bei der Entstehung von Erkältungskrankheiten, Krankheiten des rheumatischen Formenkreises, des Harn- und Genitalsystems und des peripheren Kreislaufsystems zugesprochen.

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Welche Auswirkungen der Exposition gegenüber Kälteklima kennen Sie 
Prävention

Basierend auf den vorliegenden Kenntnissen sind Regeln für die Gestaltung des Mikroklimas am Arbeitsplatz einzuhalten:

Die Steuerung der mikroklimatischen Bedingungen erfolgt durch Anlagen der Heizung, Kühlung, Lüftung, Teil- und Vollklimatisierung.

Dabei werden Optimalbedingungen angestrebt, die Einhaltung von Zumutbarkeitsgrenzen jedoch gefordert.

Vorgaben nach DIN 1946 und Arbeitsstättenverordnung:

 

Lufttemperatur [°C]

Luftfeuchte [%]

Luft- geschwindigkeit

Art der Tätigkeit

min.

opt.

max.

min.

opt.

max.

m/s

Büroarbeit

18

21

24

30

50

70

0,1

leichte Handarbeit im Sitzen

18

20

24

30

50

70

0,1

leichte Handarbeit im Stehen

17

18

22

30

50

70

0,2

Schwerarbeit

15

17

21

30

50

70

0,4

Schwerstarbeit

14

16

20

30

50

70

0,5

  Die Temperatur der Umschließungsflächen soll etwa der Lufttemperatur entsprechen.

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Bei den in manchen Tätigkeitsbereichen unvermeidlichen Extremklimaten sind besondere Vorkehrungen zu treffen.

Hitzeschutzmaßnahmen:

  • Strahlungsmindernde Behandlung heißer Oberflächen,
  • Verhinderung der Wärme-Immission durch Vergrößerung der Entfernungen zu Temperaturstrahlern, Hitzeschutzschilde, Wasserschleier usw.,
  • Schaffung besonderer Aufenthaltsbereiche wie Luftduschen, klimatisierte Kabinen,
  • individuelle Hitzeschutzmittel wie Schutzschilde, reflektierende Kleidung, Schutzgläser,
  • Bereitstellung von "Abschwitzräumen",
  • arbeitsorganisatorische Regelungen mit Begrenzung der Expositionszeiten (Wechsel von Tätigkeit und Abschwitzpause),
  • gesundheitsschutzgerechte Verhaltensweisen (allmähliche Akklimatisation, Trinkregime),
  • arbeitsmedizinische Gesundheitsüberwachung Exponierter nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 30.

Kälteschutzmaßnahmen:

  • Wärmeisolierende, evtl. beheizte Schutzkleidung,
  • Schaffung besonderer Aufenthaltsbereiche zum Aufwärmen,
  • Arbeitsorganisatorische Regelungen mit Aufwärmpausen,
  • Arbeitsmedizinische Gesundheitsüberwachung Exponierter nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 21.
Durch welche Normvorgaben und mit welchen konkreten Maßnahmen wird Befindensbeeinträchtigungen und Gesundheitsstörungen durch das Mikroklima am Arbeitsplatz entgegengewirkt?


Lärm 
_
Definition:
Lärm ist jedes Schallereignis, sofern es störend, gefährdend oder gesundheitsschädigend wirkt.

Aus der vorstehenden Definition ist ersichtlich, daß im Expositionsfaktor Lärm eine objektive ("Schallereignis") und eine subjektive Komponente ("Wirkung auf den Menschen") enthalten sind.

Bei der physikalischen Größe "Schall" handelt es sich um eine Luftdruckschwankung, die sich wellenförmig ausbreitet.

Sie ist durch Schallfeldgrößen charakterisiert:

  • Schalldruck (p), Maßeinheit Pascal (Pa),
  • Schalldruckpegel (L), Maßeinheit Dezibel (dB),
  • Frequenz (f), Maßeinheit Hertz (Hz).

Prinzipiell sind

  • aurale (das Hörorgan betreffende) und
  • extraaurale (außerhalb des Ohres zu beobachtende)

Reaktionen auf Lärm zu unterscheiden.

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Gleiche Schallereignisse können, sofern sie aufgrund ihres Energiegehaltes nicht obligat zu Gesundheitsschäden führen, bei verschiedenen Personen sehr unterschiedliche Wirkungen erzielen. Art und Ausprägung der Lärmwirkungen sind vorrangig von den in der nächsten Tabelle genannten Faktoren abhängig:

Tabelle: Beziehungen zwischen Schallfeldgrößen und biologischer Wirkung von Lärm
  • Schalldruck bzw. Schalldruckpegel
Die Hörschwelle des Menschen liegt bei 2  x  10-5 Pa,
die Schmerzschwelle bei 20 Pa (130  dB).
Oberhalb von 65 dB sind vegetative Reaktionen,
oberhalb von 85 dB Schädigungen des Innenohres zu erwarten.
  • Frequenzzusammensetzung des Schallereignisses
Der Mensch
  • hört Schall nur im Frequenzbereich von etwa 60 Hz bis 18  kHz,
    im höheren Lebensalter nur bis etwa 10 kHz
  • hört niedrige Frequenzen schlechter als hohe.
    (s. dazu nachstehende Abbildung "Hörfläche des menschlichn Gehörs)
  • Zeitliches Muster der Einwirkung
Stochastische, insbes. impulshaltige Schallereignisse wirken bei gleichem Energiegehalt stärker als kontinuierlicher oder intermittierender, impulsarmer Schall.
  • subjektive Einstellung zum Schallereignis oder Schallerzeuger
Extraaurale Lärmwirkungen sind stärker, wenn eine Abneigung gegenüber dem Schallereignis oder dem Schallerzeuger besteht.
  • Informationsgehalt eines Schallereignisses
Mit zunehmendem Informationsgehalt eines Schallereignisses ist eine stärker störende Wirkung zu erwarten.

 

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Was ist Lärm?
Welche Faktoren bestimmen die Lärmwirkung ?

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Lärmwirkungen

A. Extraaurale Wirkungen / Reaktionen
  • Psychonervale Wirkungen / Reaktionen
Sie können nahezu unabhängig vom Schalldruckpegel auftreten und sind vorrangig durch den Informationsgehalt und die subjektive Einstellung des Hörenden bestimmt:
  • Aufmerksamkeits-, Konzentrationsverlust,
  • Subjektives Störempfinden,
  • Beeinträchtigung der Handlungsregulation ,
  • Abnahme der Handgeschicklichkeit,
  • Zunahme von Fehlern und Ausschußproduktion,
  • Überdeckung von "Nutzschall"
    (Ein Signal ist nur hörbar, wenn es > 10  dB lauter als das Störgeräusch ist).
  • Vegetativ-humorale Reaktionen
Sind nach Exposition gegenüber Schalldruckpegeln > 65  dB
zu erwarten:
  • Herzfrequenzanstieg,
  • Gefäßkontraktionen, Blutdruckanstieg,
  • Erhöhung des Muskeltonus (Schreibdruck),
  • Verstärkung der Magensaftproduktion und der Darmbewegungen,
  • Ausschüttung von Nebennierenrindenhormonen,
  • Schlafstörungen.
B. Aurale Wirkungen:
  • Temporäre Hörschwellenverschiebung
    (TTS; temporary threshold shift)
= Hörermüdung, erkennbar an einer Hörverschlechterung
um 5  -  20  dB unter Lärmexposition,
bildet sich innerhalb 8  -  24 Stunden zurück.
Nach fortgesetzter Exposition gegenüber
Schalldruckpegeln > 85  dB zu erwarten.

Beginnend als Hochtonschwerhörigkeit, später die mittleren Frequenzen des Sprachgehörs betreffend.

Nicht behandelbar, nicht rückbildungsfähig, da auf einer Degeneration des Sinnesepithels beruhend.

Eine der häufigsten Berufskrankheiten (Nr. 2301).

  • Akutes akustisches Trauma
  • Knalltrauma:
    Nach kurzen energiereichen Schallereignissen
    ( < 2 ms ; >  150  dB ); Hörverschlechterung über Stunden oder Tage.
  • Explosionstrauma:
    Nach Einwirkung energiereicher Druckwellenfronten
    (  >  2  ms; >  150  dB ); evtl. Trommelfellrisse, Verrenkungen oder Brüche der Gehörknöchelchen.
Zur Lärmwirkung s. auch:

Leitlinie "Arbeit unter Einwirkung von Lärm"
Leitlinie "Audiometrie in der Arbeitsmedizin"
Merkblatt zur BK Nr. 2301 ("Lärmschwerhörigkeit")

Welche Lärmwirkungen kennen Sie?

Welche davon ist die aus arbeitsmedizinischer Sicht bedeutsamste?

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Die go_next.gif (886 Byte)berufsbedingte Innenohrschwerhörigkeit ist aus arbeitsmedizinischer Sicht die wichtigste lärmbedingte Schädigung. Die Wahrscheinlichkeit ihres Zustandekommens ist von der Höhe der Lärmbelastung und der Expositionsdauer abhängig:

 
Häufigkeit des Auftretens der Lärmschwerhörigkeit in Abhängigkeit von Schalldruckpegel und Expositionsdauer
Expositionsdauer [Jahre]:

5

10

20

Schalldruckpegel [dB(A)]

80

0 %

0 %

0 %

90

4 %

10 %

16 %

100

12 %

29 %

42 %

110

26 %

55 %

78%

Der Krankheit liegt eine Degeneration der für das Hören verantwortlichen Haarzellen im Innenohr zugrunde.

cortiorgan.jpg (33619 Byte)

 

Innenohr des Menschen (Corti-Organ); Bildquelle: ROCHE-Lexikon online

Der Hörverlust wird mittels Audiometrie ermittelt. Die für eine Lärmschwerhörigkeit typische go_next.gif (886 Byte) Audiometriekurve verdeutlicht die Beeinträchtigung des Hörens besonders in den hohen Frequenzbereichen:

audiogramm.gif (3155 Byte)

Detaillierte Hinweise für die Diagnostik bei Verdacht auf eine Lärmschwerhörigkeit, für die Ermittlung des Hörschadens und damit auch der Minderung der Erwerbsfähigkeit sind im go_next.gif (886 Byte) "Königsteiner Merkblatt" enthalten.

Unter welchen Bedingungen ist mit dem Auftreten einer Lärmschwerhörigkeit zu rechnen?

Welche Tonfrequenzen sind bei der Lärmschwerhörigkeit besonders betroffen?

Ist eine Lärmschwerhörigkeit heilbar?

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Vorkommen einer beruflichen Lärmexposition

Lärmarbeitsplätze mit mechanischen, aerodynamischen und hydrodynamischen Schallquellen sind vorwiegend in der Metalllverarbeitung, im Bergbau, im Bauwesen, in der Holzverarbeitung, in der Textilindustrie und bei der Bedienung von Verkehrsmitteln anzutreffen, ebenso in Berufen mit Schußwaffengebrauch.

Die zum Hörschaden führende Lärmdosis (als Produkt aus Schalldruckpegel und Expositionszeit) wird auch durch eine eventuelle außerberufliche akustische Belastung mitbestimmt, zumal in allen Lebensbereichen eine Zunahme der Lärmbelastung durch unterschiedlichste Schallerzeuger zu verzeichnen ist. So wurde bei Jugendlichen der häufige Gebrauch von Kassettenabspielgeräten, weniger deutlich auch ein regelmäßiger Besuch von Diskotheken als Ursache für Hörverschlechterungen ermittelt.

Vorstellungen zum Lautstärkeerleben unterschiedlicher Schalldruckpegel vermittelt Ihnen die nachfolgende Tabelle:

Tabelle: Schalldruckpegel ausgewählter Geräusche

Schallereignis

etwa dB

Hörschwelle
sehr leises Flüstern
Ticken einer Armbanduhr
ruhiger Wohnraum
normale Unterhaltung
lautes Rufen (1 m Entfernung)
starker Straßenverkehr
schwere Lastfahrzeuge
Nieten, Richten, Schmieden
Preßlufthammer
Flugzeug (Propellermaschine)
Düsenflugzeug (Start)
Schmerzschwelle
0
10
20
40
50 - 60
80
80
90
100 - 110
100 - 110
120
120 - 130
120 - 130

Prävention

Zur Vermeidung unerwünschter Wirkungen der arbeitsbedingten Lärmexposition wird Unternehmensleitungen die Einhaltung eines "höchstzulässigen Beurteilungspegels" vorgeschrieben. Bei diesem handelt es sich um den auf eine 8stündige Expositionszeit bezogenen wirkungsäquivalenten Pegelmittelwert, für dessen Berechnung der logarithmische Charakter des Pegelmaßes berücksichtigt

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Höchstzulässige Beurteilungspegel
gem. Arbeitsstättenverordnung vom 20.3.1975
i.d.F. vom 1.8.1983

dB(A)

bei überwiegend geistigen Tätigkeiten

55

bei einfachen oder überwiegend mechanisierten geistigen Bürotätigkeiten und vergleichbaren Tätigkeiten

70

bei allen sonstigen Tätigkeiten

85

in Pausen-, Bereitschafts-, Liege- und Sanitätsräumen

55

Wohl steht die Verhütung der Lärmschwerhörigkeit im Vordergrund, dennoch wird mit den Grenzwertvorgaben auch auf eine Minderung extraauraler Wirkungen abgezielt.

Zur Einhaltung der höchstzulässigen Schalldruckpegel sind die nachfolgend aufgeführten Lärmschutzmaßnahmen einzusetzen.

Prinzipien des Lärmschutzes an Arbeitsstätten

  • Lärmentstehung verhindern
    oder minimieren
Technologisches Prinzip ändern,
anregende Kraft vermindern,
Schwingfähigkeit angeregter Flächen vermindern,
Gase abgestuft dekomprimieren
  • Lärmemission verhindern
    oder minimieren
Kapselung der Lärmquelle,
massive Dämmstoffe (hohes spezifisches Gewicht) verwenden,
Kapsel lückenlos gestalten
  • Körperschalldämmung
Schwingungsdämpfer
  • Abstandsvergrößerung
    zur Schallquelle
 
  • Abschirmung
    im Ausbreitungsweg
Massive Dämmstoffe verwenden
  • Lärmimmission vermindern
Schallisolierte, gekapselte Aufenthaltsbereiche
  • Schallreflexion vermindern
Raumakustische Gestaltung, Schallreflexionsvermögen der Wände vermindern
  • Expositionszeit verringern
Belastungs- / Pausenzeitregime

Tageszeitliche Verlagerung von lärmintensiven Arbeitsprozessen

  • Persönliche Gehörschutzmittel
Gehörgangsstopfen, Lärmschutzkappen,
-Helme, -Anzüge
  • Gesundheitserziehung
Lärmverhindernde Arbeitsweise, Meidung außerberuflicher Lärmbelastung
  • Gesundheitsüberwachung
Audiometrie;
Untersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G
_20, (mit Audiometrie)

Mit der Reihenfolge dieser Aufzählung wird zugleich eine Rangordnung nach der Wirksamkeit der Maßnahmen ausgedrückt:

lrmsch.gif (23190 Byte)

 

Durch welche Normvorgaben und mit welchen konkreten Maßnahmen wird Befindensbeeinträchtigungen, Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit und Gesundheitsschäden durch arbeitsbedingte Lärmexposition entgegengewirkt ?

 


Mechanische Schwingungen

Definition:
Mechanische Schwingungen sind Bewegungen fester Masseteilchen um eine Ruhelage.
Bei kraftschlüssigem Kontakt mit einem in Schwingung befindlichen Gegenstand kann eine Schwingungsübertragung auf den menschlichen Organismus erfolgen.

Wir unterscheiden
Ganzkörperschwingungen, wenn diese über die Füße, das Gesäß und/oder den Rücken eingeleitet werden
sowie
Teilkörperschwingungen, wenn sie über das Hand-Arm-System eingeleitet werden.

go_next.gif (886 Byte)s. dazu auch Leitlinie "Arbeit unter Einwirkung von mechanischen Schwingungen"

Physikalische Grundlagen

Eine mechanische Schwingung wird charakterisiert durch:

  • Schwingweg (Maßeinheit m) : Komponente der Auslenkung des schwingenden Masseteilchens,
  • Schwinggeschwindigkeit (Maßeinheit m / s) : Geschwindigkeit des schwingenden Masseteilchens zu einem bestimmten Zeitpunkt,
  • Schwingbeschleunigung (Maßeinheit m / s2) : Änderung der Schwinggeschwindigkeit in der Zeiteinheit. Sie wird für die Bewertung und Grenzwertfestlegung verwandt.
  • Frequenz (Maßeinheit Hz) : Anzahl der gleichsinnigen Umkehrungen der Schwingrichtung in der Sekunde. Für Ganzkörpervibration ist unter arbeitsmedizinischen Aspekten der Bereich von 1 bis 80 Hz, für Teilkörperschwingungen von 8 bis 1000 Hz von Bedeutung.

Messung: Schwingungsmeßgeräte wandeln mittels eines piezoelektrischen Sensors mechanische Schwingungen in eine elektrische Größe. Sie sind mit Bewertungsfiltern ausgestattet, deren Dämpfungscharakteristiken die Frequenzabhängigkeit der biologischen Wirkung berücksichtigen. Für Ganz- und Teilkörperschwingungen existieren gesonderte Filter. Grundlage für die Bewertung ist der Effektivwert der frequenzbewerteten Schwingbeschleunigung.

Die Messung muß in den drei Richtungen eines dreidimensionalen Koordinatennetzes durchgeführt werden.

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Welche physikalischen Größen bestimmen die Wirkung von mechanischen Schwingungen auf den Menschen ?


Ganzkörperschwingungen

Bedeutung

Ganzkörperschwingungen sind besonders Werktätige ausgesetzt, deren Arbeitsplätze sich auf mobilen Arbeitsmitteln wie selbstfahrenden Bau- und Landmaschinen, Traktoren, Baggern, Hebezeugen, militärtechnischen Geräten und Verkehrsmitteln befinden. Große Maschinen in Werkhallen können Schwingungen erzeugen, die über den Baukörper fortgeleitet werden und außer dem Bedienpersonal auch Werktätige in entfernten Gebäudeteilen erreichen.

Physiologie und Pathophysiologie

Ganzkörperschwingungen werden beim stehenden oder sitzenden Menschen überwiegend in der Z-Richtung eingeleitet. Sie regen biomechanische Schwingungen an, die in den einzelnen Körperteilen wegen der komplizierten Masse-, Dämpfungs- und Federeigenschaften der Gewebe und Organe sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Besondere Resonanzfrequenzen des Körpers und seiner Teile sind die Ursache dafür, daß bereits relativ geringfügige Schwingungen intensive biomechanische Schwingungen auslösen können und daß viele Reaktionen des Organismus eine deutliche Frequenzabhängigkeit aufweisen. Der Mensch verfügt über kein spezielles Rezeptororgan für mechanische Schwingungsreize. Statische und dynamische Muskelkontraktionen im Sinne einer Abwehrreaktion und Veränderungen von Organfunktionen (Anstieg der Herzschlagfreuenz, des Blutdrucks, des Atemvolumens, Reflexveränderungen) müssen als Antwort auf ein besonderes Erregungsmuster vor allem der Mechanorezeptoren in Haut und Muskulatur, des Vestibularapparates und im Extremfall der Schmerzrezeptoren bzw. als unmittelbare Reaktion auf die Massebewegungen im angeregten Organ oder Gewebsareal angesehen werden. Durch intensive Schwingungen im Frequenzband 15 bis 20 Hz ist der Bewegungsapparat, besonders die Wirbelsäule in ihren Lendenabschnitten, mechanisch erhöht belastet.

Was verstehen Sie unter Ganzkörperschwingungen ?

Gesundheitsschäden

Bei akuter Einwirkung sind vielfältige, im allgemeinen rasch rückbildungsfähige Wirkungen zu beobachten:

  • Verstärkte Ermüdbarkeit, Verminderung der Leistungsfähigkeit, insbesondere Konzentrationsschwäche und Beeinträchtigung der feinmotorischen Koordination,
  • Verschlechterung der Sehschärfe durch die Bewegungsunruhe des auf die Netzhaut projizierten Bildes,
  • Beeinträchtigung des Wohlbefindens bis zur Empfindung der Unerträglichkeit der einwirkenden Schwingungen oder gar Schmerzen in bestimmten Körperabschnitten oder Organen.

Wirkungen von Ganzkörpervibration

Befindensstörungen (reversibel)

Frequenzbereich [Hz]

Allgemeines Unbehagen

1 - 20

Kopfschmerzen

8 - 18

Atemnot / Preßatmung

1 - 18

Schmerzen im Brustraum

3 - 10

Sprachstörungen

6 - 20

Sehstörungen

20 - 100

Rektale Reizzustände

9 - 16

Blasenreizung

9 - 18

Inwieweit aus der chronischen Einwirkung ein Gesundheitsrisiko resultiert, wird durch zusätzliche Faktoren wie parallel vorkommende körperliche Schwerarbeit unter Zwangshaltungen, dispositionelle Momente, Vorschädigungen und Alterseinflüsse mitbestimmt.

Bei vorzeitigen Abnutzungserscheinungen im Bereich der Lendenwirbelsäule und wirbelsäulenbedingten neurologischen Erkrankungen kann es gerechtfertigt sein, einen Zusammenhang mit der Exposition zu vermuten. In der Liste der Berufskrankheiten sind "Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjährige, vorwiegend vertikale Einwirkung von Ganzkörperschwingungen im Sitzen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können" unter der go_next.gif (886 Byte)Nr._2110 aufgeführt.

Das Auftreten von Erkrankungen des Magen- Darm-Traktes und des peripheren Kreislaufsystems wird in der Literatur erwähnt. Der Zusammenhang ist nicht genügend gesichert.

go_next.gif (886 Byte)s. dazu auch Leitlinie "Arbeit unter Einwirkung von mechanischen Schwingungen"

 

Worauf beruht die Wirkung von mechanischen Schwingungen?

Welche Wirkungen haben Ganzkörperschwingungen?

Arbeitshygienische Grenzwerte

Zur Beurteilung der Wirkung von Schwingungen wird der nach VDI-Richtlinie 2057 (1979) zu bestimmende K-Wert benutzt. Dieser repräsentiert eine "Schwingstärke", die aus der frequenzbewerteten Schwingbeschleunigung resultiert. Als Richtwert für eine gesundheitlich nicht schädigende Wirkung gilt Kr 16,2. Für stoßhaltige Schwingungen gilt Kr 12,2.

Für die Beurteilung von Ganzkörperschwingungen liegen auf internationaler Ebene die Richtlinien ISO 2631 (1978) vor. Diese unterscheidet drei Grenzwertkategorien, die sich

  • auf den Komfort ("reduced comfort boundary"),
  • die Leistungsbeeinträchtigung ("fatigue-decreased proficiency boundary") und
  • die Gesundheit ("exposure limit boundary")

beziehen.

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Bereich gesundheitlicher Gefährdung durch Ganzkörperschwingungen
(VDI 2057) mit Expositionsbeispielen

Technisch-technologische Prävention

Unter Berücksichtigung einer Rangfolge nach der erzielbaren Schutzwirkung kommen folgende Maßnahmen in Betracht:

  • Minderung der Schwingungsentstehung durch geeignete technologische Wirkprinzipien (Bohren statt Stanzen, Gießen statt Schmieden, rotierende statt oszillierender Maschinenteile; Auswuchten; Reduzierung von Fahrgeschwindigkeiten),
  • Verminderung der Schwingungsübertragung auf den Menschen (schwingungsgedämpfte Maschinenaufstellung, Fernbedienung, schwingungsmindernde Sitze auf mobilen Arbeitsmitteln),
  • Reduzierung der Expositionszeit durch arbeitsorganisatorische Regelungen.


Teilkörperschwingungen

Bedeutung

Eine Exposition mit Gesundheitsrisiko ist beim Umgang mit vibrations- und rückstoßintensiven Werkzeugen möglich. Vorrangig gilt das für preßluft- oder elektrisch betriebene Hämmer, Meißel, Schlagbohrer und Schleifmaschinen (Bergbau, Natursteingewinnung, Hoch- und Tiefbau, Gußnachbehandlung), Schlag und Elektroschrauber (Montagearbeiten), handgeführte Verdichter (Bauindustrie, Formereien, Verkehrsbau) und Motorsägen (Forstwirtschaft, Fleischverarbeitung). Teilkörperschwingungen treten aber auch bei kräftigem Andruck von Arbeitsgegenständen an schlagende oder rotierende Arbeitsmittel auf (Anklopfmaschinen in der Schuhindustrie, Gußschleifmaschinen).

 Physiologie und Pathophysiologie

Die Schwingungen werden über die Führungs- und Andruckhand eingeleitet. Art und Ausmaß der dadurch angeregten biomechanischen Schwingungen sowie deren örtliche Verteilung sind neben der physikalischen Charakteristik der einwirkenden Schwingung von den aufzuwendenden Andruck- und Haltekräften, von den mehrmaligen Richtungsänderungen des Kraftlinienflusses im Hand-, Ellenbogen- und Schultergelenk, von Gelenkstellungen und der Muskelverspannung, von der Konstitution des Exponierten sowie von Beziehungen des einwirkenden Frequenzspektrums zu Resonanzfrequenzen abhängig. Letztere liegen für das Hand-Arm-System zwischen 30 und 40 Hz.

Es lassen sich zwei Gruppen von Reaktionen abgrenzen:

Niederfrequente Anteile des Spektrums führen zu einer mechanischen Belastung des Skeletts, insbesondere der Gelenke im Verlauf des Kraftflusses bis hin zur Wirbelsäule ("Rückstoßwirkung").
Hochfrequente mechanische Schwingungen sind mehr von Irritationen des peripheren Gefäß- und Nervensystems sowie daraus erklärlichen Störungen und Schädigungen gefolgt ("Vibrationswirkung").

Bereits unmittelbar nach Beginn der Einwirkung von Teilkörperschwingungen sind akute Reaktionen wie eine Abnahme des Hautwiderstandes und Veränderungen der Fingerpulsamplitude sowie eine Verminderung der Schwingungsempfindung (Pallaesthesie) zu beobachten. Nach Expositionsbeendigung klingen sie rasch ab, oft besteht jedoch über einige Zeit eine poststimulatorische Durchblutungssteigerung.

Bei Langzeitexposition kann sich eine durch Irritationen peripherer Nerven verursachte Durchblutungsstörung entwickeln.

Die Konstitution des Exponierten ist von gewisser Bedeutung für die Art der vorrangig zu erwartenden Wirkungen: Leptosome und Astheniker weisen oft schon nach kurzen Expositionszeiten Gelenkveränderungen mit Krankheitswert auf. Athletischen Menschen gelingt es durch Muskelanspannung besser, das passive Aufeinanderschlagen artikulierender Gelenkflächen etwas zu dämpfen, so daß Störungen der peripheren Gefäßfunktionen vor oder neben den Skelettveränderungen häufiger zu beobachten sind. Eine Kombination mit Schwerarbeit, besonders statische Belastung und lokale Kälteeinwirkung können die pathophysiologischen Mechanismen verstärken

Was verstehen Sie unter Teilkörperschwingungen ?

Gesundheitsschäden

- Gelenk- und Knochenveränderungen

Sie sind in der Regel nach chronischer, in 90 % der Fälle mehr als 10-jähriger Exposition zu erwarten. Bei sehr hoher Schwingungsbelastung können sie bereits nach kürzerer Zeit, mitunter innerhalb von 2 Jahren auftreten. Dies gilt besonders bei Veränderungen, für deren Zustandekommen lokale Ernährungsstörungen als Mitursache in Betracht kommen. Im Ausnahmefall können schon nach wenigen Arbeitsschichten freie Gelenkkörper nachgewiesen werden.

An typischen krankhaften Veränderungen des Skeletts sind zu finden:

  • Vorzeitige Degeneration des Gelenkknorpels (Arthrosis deformans) besonders an den Gelenken im Verlauf der Kraftflußlinien (Ellenbogen, Schulter, Handgelenk),
  • Verkalkungen und Verknöcherungsprozesse des Bandapparates, der Sehnen und Muskelursprünge, besonders in der Umgebung des Ellenbogengelenks,
  • Knochenabbau und Ermüdungsbrüche der kleinen Handwurzelknochen.

Auch vorzeitige Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule, insbesondere im Halsabschnitt sind möglich.

 - Periphere Gefäß- und Nervenstörungen

Diese Störungen bewirken eine Kälteempfindlichkeit der Hände, im weiteren Verlauf kann durch Abkühlung ein Weißwerden der Finger ausgelöst werden, begleitet von einem Gefühl der Schwäche und des Absterbens, sowie Kribbeln und schmerzhaften Sensationen im Bereich der Finger. Der Betroffene kann an Schmerzen unmittelbar bei jedem Arbeitsbeginn mit dem exponierenden Arbeitsmittel ("Anfangsschmerz") oder auch nach Beendigung der Arbeit bzw. nachts leiden ("Ruheschmerz"). Begleitend besteht oft eine Verringerung des Vibrationsempfindens.

Krankheiten des Bewegungsapparates können als Berufskrankheit Nr. 2103, Krankheiten der peripheren Nerven und Gefäße als BK Nr. 2104 anerkannt werden.

go_next.gif (886 Byte)s. dazu auch Leitlinie "Arbeit unter Einwirkung von mechanischen Schwingungen"

 

Welche Wirkungen haben Teilkörperschwingungen ?

Inwieweit ist die Frequenzcharakteristik einer mechanischen Schwingung von Bedeutung für die biologischen Wirkungen ?

Inwieweit sind diese vom Konstitutionstyp des Exponierten abhängig?

Arbeitshygienische Grenzwerte

Grenzwerte sind in der VDI-Richtlinine 2057, Blatt 3 (1979) enthalten und aus einer "Richtwertkurve für das Gesundheitsrisiko" zu entnehmen.

Ihr Prinzip besteht darin, daß in Abhängigkeit von dem die biologische Wirkung beschreibenden K-Wert eine maximal zulässige Expositionszeit bei manueller Handhabung des Schwingungserzeugers angegeben wird.

Technisch technologische Prävention

Als Maßnahmen zur Abwendung eines Gesundheitsrisikos kommen in Betracht:

  • Einsatz hydraulischer statt schlagender Arbeitsmittel,

  • Fernbedienung schwingungserzeugender Geräte, die in Halterungsvorrichtungen befestigt sind und ein Berühren unnötig machen,

  • Dämpfungselemente in handgeführten Druckluftwerkzeugen.

Wirkungsvolle individuelle Schutzmittel gegen Schwingungseinwirkung existieren nicht; die angebotenen Schutzhandschuhe haben nur eine geringe Dämmwirkung.

Medizinische Prophylaxe

Seitens der Arbeitsmedizin werden zwar Einstellungs- und regelmäßige Kontrolluntersuchungen gefordert, jedoch sind diese noch nicht durch einschlägige Verordnungen vorgeschrieben.

Welche primär wirksamen Maßnahmen zur Vermeidung von Schadwirkungen durch mechanische Schwingungen kennen Sie?


Sonderformen mechanischer Schwingungen

Mechanische Stöße sind sehr stark gedämpfte Schwingungen mit unterschiedlichen Frequenzspektren.

Bei ihrer Messung und Bewertung bestehen bislang ungelöste Probleme, so daß sie bei der Grenzwertfestlegung für mechanische Schwingungen nicht adäquat berücksichtigt werden können.

Eine Einleitung ist über die Stand- und Sitzfläche, das Hand-Arm-System aber auch jede andere Körperregion möglich, die sich in einem Kontakt mit dem den Stoß verursachenden Gegenstand befindet. Bei genügend hoher Anfangsamplitude sind elastische Deformierungen der betroffenen Körperteile, aber auch Gewebszerreißungen, Prellungen, Verrenkungen und Knochenbrüche möglich. Der Zeitpunkt des Zustandekommens derartiger durch mechanische Stöße verursachter schwerer und akuter Gesundheitsschädigungen ist meist genau bestimmbar. Treten sie im Zusammenhang mit der Berufsausübung auf, so gelten sie versicherungsrechtlich als Arbeitsunfall. Weit schwieriger ist die Entscheidung, wenn über den Kausalzusammenhang zwischen vorzeitigen Abnutzungserscheinungen am Stütz- und Bewegungsapparat und fortgesetzten mechanischen Stoßeinwirkungen zu befinden ist. Die Anzeige eines Verdachts auf Berufskrankheit ist gerechtfertigt, wenn Art, Stärke und Häufigkeit von Stößen, die Lokalisation der Schädigung und der sonstige Gesamtbefund begründete Verdachtsmomente liefern. Stoßartige Belastungen des Hand-Arm-Systems, z. B. durch Gebrauch von Hammer und Meißel bei Bearbeitung harter Materialien, können die in Abschnitt "Teilkörperschwingungen" beschriebenen Erkrankungen zur Folge haben. Diese können als Berufskrankheit (BK Nr. 2103 bzw. 2104) anerkannt werden.

 

Extrem niedrigfrequente Schwingungen, wie sie auf Schiffen, in Flugzeugen, aber auch in weich gefederten Landfahrzeugen vorkommen, können unterschiedliche Empfindungen hervorrufen. Am bekanntesten sind die Kinetosen. Sie gehen mit Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen, eventuell auch mit Kreislaufsensationen (Kollapsneigung) einher. Als Ursache wird eine Nichtübereinstimmung der vom Gleichgewichtssinn vermittelten Wahrnehmung mit der optischen und kinästhetischen Rezeption angenommen. Die Anfälligkeit ist individuell unterschiedlich.

Was verstehen Sie unter dem Begriff "Kinetose"?


Beleuchtung und Farbe am Arbeitsplatz

Der Mensch nimmt 80 % der für die Arbeitstätigkeit wichtigen Information über den optischen Analysator auf. Die Sehbedingungen hängen wesentlich von der Beleuchtung ab. Im Zuge der technischen Entwicklung nimmt die Zahl der Beschäftigten zu, deren Tätigkeit mit hohen bis sehr hohen Sehanforderungen verbunden ist. Dies gilt besonders in der Halbleiterindustrie, bei der Herstellung, Qualitätskontrolle und Verwendung mikroelektronischer Bauelemente sowie bei Bildschirmarbeit. In den traditionsreichen Zweigen der optischen, feinmechanischen und Elektroindustrie wächst die Bedeutung einer optimalen Beleuchtungsgestaltung. Soweit irgend möglich, wird dazu das natürliche Tageslicht verwandt. Die Anwendung begründeter Gestaltungsrichtlinien hat gleichermaßen gute Sehbedingungen und eine effektive Ausnutzung der eingesetzten Elektroenergie zum Ziel. Letzteres ist insofern von besonderer Bedeutung, als immer mehr Beschäftigte im Schichtsystem arbeiten und auf eine Beleuchtung mit künstlichen Lichtquellen angewiesen sind.

Physikalische Grundlagen und lichttechnische Begriffe

  • Licht ist der sichtbare Teil der elektromagnetischen Strahlung im Wellenlängenbereich von etwa 380 bis 760 nm.
  • Lichtstrom (Maßeinheit: Lumen, lm) ist die gesamte von einer Lichtquelle ausgestrahlte Leistung des sichtbaren Lichtes.
  • Lichtstärke (Maßeinheit: Candela, cd) ist das Verhältnis aus dem Lichtstrom zu einem Raumwinkel, in den dieser Lichtstrom ausgestrahlt wird.
  • Leuchtdichte (Maßeinheit: cd/m2) ist die Lichtstärke eines Sehobjektes im Verhältnis zur Größe der gesehenen Fläche. Sie ist für den Helligkeitsdruck einer selbstleuchtenden oder beleuchteten Fläche maßgebend.
  • Beleuchtungsstärke (Maßeinheit: Lux, lx) ist das Verhältnis des Lichtstromes, der auf eine Fläche auftrifft, zu deren Größe.
  • Örtliche Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke ist das Verhältnis der niedrigsten zur mittleren Beleuchtungsstärke.
  • Zeitliche Gleichmäßigkeit ist die Schwankung der Beleuchtungsstärke durch zeitliche Änderungen des Lichtstromes.
  • Schattigkeit ist der Anteil des gerichteten am insgesamt einfallenden Lichtstrom.
  • Reflexionsgrad ist das Verhältnis zwischen dem von einer Fläche reflektierten Anteil des Lichtstromes zum auftreffenden Lichtstrom.

Messung

Die Beleuchtungsstärke wird mittels Photoelementen oder Photowiderständen bestimmt, die mit Filtern zur Berücksichtigung der spektralen Hellempfindlichkeit des menschlichen Auges und Vorrichtungen zur Korrektur des Einflusses unterschiedlicher Lichteinfallsrichtungen ausgestattet sind.

Nennen Sie die wichtigsten lichttechnischen Begriffe

Physiologie

Strahlung in einem bestimmten engen Wellenlängenbereich wird als farbiges, bei gleichem Energiegehalt im gesamten sichtbaren Wellenlängenbereich als weißes Licht wahrgenommen. Die Empfindlichkeit des Auges ist für die einzelnen Farbanteile unterschiedlich und für Gelb am höchsten. Die Licht- und demzufolge Beleuchtungsverhältnisse beeinflussen das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit, besonders deutlich bei Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an das Sehvermögen, die feinmotorische Koordination, die Aufmerksamkeit und die Konzentration. Eine gute Beleuchtung erhöht das allgemeine Aktivierungsniveau und verzögert Ermüdungserscheinungen.

Mit dem Arbeitsprozeß sind Sehaufgaben wie das Erkennen von kleinen Details, von Formen und Farben, die räumliche Zuordnung von Gegenständen nach Lage und Bewegung verbunden. Für die Schwierigkeit der Sehaufgabe ist neben der Sehschärfe, der Akkomodationsbreite, dem Adaptationsverhalten und der Farbtüchtigkeit des Arbeitnehmers, der Größe und Entfernung des Sehobjektes, seiner Farbe und dem Kontrast zum Umfeld sowie der Darbietungszeit die Güte der Beleuchtungsverhältnisse ausschlaggebend. Durch die fotochemischen Prozesse in der Netzhaut und unterstützt durch Änderungen der Pupillenweite kann das Auge große Helligkeitsunterschiede bewältigen (0,01 Lx bei sternklarer Nacht, 100 000 Lx in der Mittagssonne), reagiert aber bei zu geringer Beleuchtungsstärke mit einem Leistungsabfall in allen Komponenten der Sehleistung. Bei weniger als 50 Lx ist die Farbunterscheidung z. B. äußerst schwierig. Mit zunehmendem Lebensalter ist für gleich gute Sehleistungen eine immer höhere Beleuchtungsstärke notwendig.

Blendung

ist eine grobe Störung des Adaptationszustandes, die zu einer Sehstörung führt.

Sie tritt auf als

  • Absolutblendung, wenn beim Blick in Lichtquellen das Adaptationsvermögen überfordert wird,
  • Relativ- oder Simultanblendung, wenn sich im Gesichtsfeld gleichzeitig nebeneinander Flächen mit sehr unterschiedlicher Leuchtdichte befinden oder als
  • Adaptations- bzw. Sukzessivblendung bei starker Änderung der Leuchtdichte im Zeitverlauf durch Blickrichtungs- oder Ortswechsel (z. B. beim Betreten eines dunklen Raumes oder umgekehrt beim Anschalten hellen Lichtes nach vorheriger Dunkelheit).

Unter einem anderen Aspekt wird zwischen

  • Direktblendung (Blendungsursache liegt im Blickfeld) und
  • Indirektblendung (durch Reflexbilder der Blendlichtquelle) unterschieden .

Was verstehen Sie unter "Blendung"?

Zu geringe Schattigkeit erschwert das Formerkennen räumlicher Sehobjekte. Bei zu hoher Schattigkeit besteht Relativblendung, Details im entstehenden Schlagschatten werden schlecht gesehen.

Zeitlich nicht gleichmäßiges Licht, z. B. durch flackernde Lichtquellen oder bedingt durch das netzfrequenzabhängige Flimmern von Leuchtstoffröhren kann bei manchen Menschen Unbehagen auslösen. Inwieweit dadurch Gesundheitsstörungen möglich sind, ist noch nicht erwiesen.

Bei Betrachtung rotierender oder rhythmisch bewegter Gegenstände unter pulsierender Beleuchtung kann eine Verfälschung der Bewegungswahrnehmung (stroboskopischer Effekt) auftreten und die Unfallgefahr erhöhen.

Als ungünstig muß schließlich der Einfall von Licht verschiedenartiger Farbcharakterisistik aus unterschiedlichen Richtungen gelten (Zwielicht). Wegen der ungleich starken Brechung lang- und kurzwelliger Spektralanteile des Lichtes in Linse und Glaskörper kann eine Irritation der Akkomodation eintreten und die Ermüdung beschleunigen. Die Differenz der bei Tageslicht und Glühlampenlicht erforderlichen Nah-Akkomodation beträgt bei gleicher Sehentfernung immerhin 0,5 Dioptrien. Unzulängliche Beleuchtungsverhältnisse führen zwar nicht zu spezifischen Gesundheitsschäden, ihre Rolle als Mitursache für Unfälle, Leistungseinbußen und ein allgemeines Diskomforterleben darf jedoch nicht unterschätzt werden.

Warum ist es erforderlich, die Beleuchtungsbedingungen an Arbeitsplätzen besonders zu gestalten ?

Arbeitshygienische Normen und Beleuchtungsgestaltung

In der DIN 5035 sowie in der Arbeitsstättenrichtlinie sind Mindestforderungen für die Beleuchtung von Arbeitsräumen und Arbeitsplätzen durch Vorgabe von "Nennbeleuchtungsstärken" aufgelistet.

Eine gute Beleuchtungssituation ist folgendermaßen gekennzeichnet:

  • Einhaltung einer als Minimum geforderten Nennbeleuchtungsstärke (durch Art, Anzahl, örtliche Zuordnung von Lichtquellen), die Beleuchtungsstärke ist um 30 % zu erhöhen, wenn vom Beschäftigten aufgrund des technischen Ablaufes erhöhte Konzentration verlangt wird oder im Arbeitsraum vorwiegend ältere Personen tätig sind,
  • angemessene Schattigkeit (0,2 bis 0,8; Einsatz geeigneter Leuchten oder -kombinationen),
  • angemessene örtliche Gleichmäßigkeit (< 0,5 an Arbeitsplätzen und im Raum, < 0,2 zwischen Raumzonen und benachbarten Räumen; richtige Leuchtenanordnung),
  • zeitliche Gleichmäßigkeit (kein Flackern oder Flimmern; Dreiphasenschaltung von Gasentladungslampen),
  • Blendungsfreiheit (keine unabgeschirmten Lichtquellen in der Hauptblickrichtung; hohe Lampenanbringung; Anordnung langgestreckter Lichtquellen in Blickrichtung, Mattierung potentiell reflektierender Flächen, bewußte Gestaltung der Leuchtdichteverteilung auf der Hauptarbeitsfläche sowie zwischen Hauptarbeitsflächen und Umfeld),
  • richtige Lichtfarbe (z. B. weiß für Räume, in denen Tätigkeiten mit notwendiger Farbdifferenzierung verrichtet werden; keine Kombination von Lichtquellen unterschiedlicher Farbcharakteristik).

Außerdem muß die Beleuchtungsgestaltung wirtschaftlichen Anforderungen (Lichtausbeute, Wartungseigenschaften, Lebensdauer), Sicherheitsvorschriften (u. a. Schutzisolierung, Brand- und Explosionsschutz) sowie ästhetischen Anforderungen genügen.

Beispiele für Nennbeleuchtungsstärken sind in der folgenden Tabelle genannt.

Tabelle: Nennbeleuchtungsstärken

Lagerräume einschließlich Verkehrswege in Lagerräumen 50 Lx
Wasch-, Umkleide- und Toilettenräume 100 Lx
Verkehrswege für gemischten Verkehr (Personen und Fahrzeuge), Treppen, Rampen usw. 100 Lx
Metallindustrie (vorwiegend maschinelle Bearbeitung) 100 bis 300 Lx
Schlosserei, Klempnerei, Kfz-Werkstätten 300 Lx
Schreinerei 300 Lx
Textilindustrie
Spinnen, Stricken, Weben 500 Lx
Nähen 750 Lx
Kunststopfen 1500 Lx
Küchen, Nahrungsmittelzubereitung 300 bis 500 Lx
Büroarbeitsplätze 750 Lx
Räume mit Publikumsverkehr 200 Lx
Datenverarbeitung 500 Lx
Feinwerkzeugmacher, Uhrmacher, Feinstmontage 1000-1500 Lx

An Arbeitsplätzen mit sehr hohen Anforderungen an das optische Auflösungsvermögen, bei denen die Blickrichtung oft über den ganzen Arbeitstag auf einen kleinen räumlichen Bereich konzentriert ist, müssen oft spezifische Gestaltungsrichtlinien bezüglich Lichteinfallsrichtung, Farb- und Helligkeitskontrasten, Reflexvermeidung u. a. befolgt werden. Damit verbunden ist oft auch die Anpassung von Sehhilfen, bei deren Auswahl ärztliche Mitwirkung ebenso gefragt ist wie bei der Gesundheitsüberwachung von Arbeitnehmern an Bildschirmarbeitsplätzen.

Welches sind die wichtigsten Merkmale einer optimalen Beleuchtungssituation ?

Farbgestaltung

Farben sind spezifische Empfindungen, die in Abhängigkeit von der spektralen Zusammensetzung des auf die Netzhaut fallenden Lichtes entstehen. Als farbig erscheinen einerseits Lichtquellen, wenn sie nur einen bestimmten Wellenlängenbereich des sichtbaren Spektrums emittieren und andererseits angestrahlte Flächen, die selektiv bestimmte Frequenzanteile absorbieren.

Im Zusammenhang mit der Beleuchtungsgestaltung ist es möglich und notwendig, auch den Faktor Farbe einzubeziehen. Die Lichtfarbe ist für den Helligkeitseindruck und die Detailerkennbarkeit bei hoher Beleuchtungsstärke von untergeordneter Bedeutung, bestimmt aber den Farbeindruck beleuchteter Gegenstände. Dieser Umstand wird genutzt, wenn z. B. durch weißes Licht eine neutrale Farbbeurteilung (Färbereien, Buntdruck) oder aber durch Einsatz von Glühlampen eine Betonung der roten Farbtöne (Hautfarbe) gewünscht wird. Eine weit größere Vielfalt der Farbwirkung ist durch das Auftragen von Farben auf Gebäudeteile, Elemente der Gebäudeausrüstung, Arbeitsmittel usw. erreichbar. Die Gestaltung erfordert viel Erfahrung.

Wichtige, durch Farbgestaltung erzielbare Effekte sind:

  • Verbesserung der Erkennbarkeit durch Farbkontraste zwischen Sehobjekten und deren Umgebung,
  • unspezifische Blickfang- und Signalwirkung durch sparsamen Einsatz kräftiger Farben (Bedienelemente, Orte der Darbietung wichtiger Information),
  • Vermittlung von Information durch Farbe, z. B. Anzeige von Funktionszuständen durch farbige Flächen oder Lampen. Dabei werden sog. Populationsstereotypien ausgenutzt (rot = Achtung, halt, wichtig),
  • Warn- und Sicherheitsfarben für die Kennzeichnung von Wegen und Abgrenzungen sowie Rohrleitungen,
  • Schaffung des Eindruckes von Ordnung und Übersichtlichkeit,
  • Verbesserung der optischen Orientierung durch farbliche Abhebung bzw. Farbgleichheit von Gebäudeteilen und Gegenständen entsprechend ihrer funktionellen Beziehung zueinander,
  • Ausnutzung psychologischer Farbwirkungen zur Beeinflussung der Temperatur-, Helligkeits-, Entfernungsempfindung sowie möglicher Wirkungen auf das Aktivierungsniveau.

Vorliegende Erfahrungen sprechen dafür, für kalte Räume warme Farben (rot-, orange-, gelbgetönt), für Tätigkeiten unter Einwirkung hoher Temperaturen kühle Farben (blau-, grüngetönt) vorzuziehen. Räume, in denen einförmige Arbeiten verrichtet werden, vertragen auch die Kombination lebhafter Farben.

In Produktionsräumen sollten sich die Maschinen vom Hintergrund, bewegte von feststehenden Maschinenteilen, wichtige und häufig benutzte Bedienelemente von weniger wichtigen durch Farbkontraste abheben. Helle Farbtöne sind vorrangig zu verwenden, kräftige Farben sparsam für gewollte Effekte einzusetzen.

 

Welche Rolle spielt der Faktor Farbe am Arbeitsplatz ?


Elektromagnetische Felder und Wellen

Das Gesamtspektrum der in der Natur vorkommenden und vom Menschen erzeugten elektromagnetischen Strahlung wird durch die folgende Tabelle veranschaulicht.

Tabelle: Spektrum elektromagnetischer Wellen

wellen1.gif (33215 Byte)

 

Innerhalb dieses Spektrum wird zwischen "nichtionisierender" (0 Hz bis 1017  Hz) und "ionisierender" Strahlung (> 1017 Hz bzw. < 3 nm) differenziert.

Elektromagnetische Wellen und Felder werden vorrangig durch folgende physikalische Größen charakterisiert:

  • die Wellenlänge (l ), Maßeinheit m,
  • die Frequenz (f), Maßeinheit Hz,
  • die elektrische Feldstärke (E); Maßeinheit V/m,
  • die magnetische Feldstärke (H); Maßeinheit A/m oder Tesla,
  • die Leistungsflußdichte (S); Maßeinheit Watt/m².

Frequenz und Wellenlänge stehen über folgende Gleichung in Beziehung:

lambda.gif (1365 Byte)

Das allgemeine Interesse für ihre biologischen Wirkungen hat in letzter Zeit unter dem Schlagwort "Elektrosmog" erheblich zugenommen.

Diese Wirkungen sind ganz allgemein durch thermische Effekte sowie Reizwirkungen und Störungen der Funktion biologischer Strukturen einschließlich der gestörten Weitergabe biologisch relevanter Informationen im lebenden Gewebe gekennzeichnet.

Sie sind allerdings derart vielfältig und so stark frequenzabhängig, daß eine gesonderte Betrachtung der verschiedenen Strahlungsarten und Wellenlängenbereiche ratsam erscheint.

Niederfrequente elektrische und magnetische Felder
(0 Hz bis 30 kHz)

Gleichfelder (0 Hz) haben keine schädigende Wirkung. Allenfalls Aufladungen der Körperoberfläche mit Schmerzempfindungen sind möglich.

Biologische Wirkungen von Wechselfeldern dieser Kategorie (bis 30 kHz) sind zwar bekannt, treten jedoch nur bei Feldstärken über 1 mA/m² auf. Erst oberhalb 100 mA/m² sind sie für Nerven-, Muskel- und Herzfunktion von Bedeutung. Die Hypothese, daß sie Leukämien und Hirntumoren auslösen, konnte bislang nicht bestätigt werden.

Berufliche Expositionsmöglichkeiten: Elektrostatische Felder finden sich an Gleichspannungs-, Elektrolyseanlagen und Beschleunigern. Bei Exponierten können elektrostatische Aufladung, Schreckreaktionen, Muskelkontraktionen, evtl. Reizwirkungen auf Sinneszellen auftreten.

50-Hz-Wechselfelder kommen bei Arbeiten unter Hochspannungsanlagen, an Elektrolysenlagen, beim Widerstandsschweißen vor.

Die durch elektrische Entladungen erklärbaren Effekte sind Reizwirkungen. Beeinflussungen des auf Biorhythmus, des Zellwachstums und der Hormonproduktion werden diskutiert, sind jedoch nicht gesichert.

Welche Wirkungen von niederfrequenten Feldern sind in Diskussion?

Hochfrequenz- (30 kHz bis 300 Mhz) und
Höchstfrequenzfelder (300 Mhz bis 300 GHz)

Ihre Wirkung ist vorrangig auf die Erwärmung exponierter Körpergewebe zurückzuführen, wobei diese von Frequenz bzw. Wellenlänge und der Feldstärke, von der Dauer der Einwirkung, der Größe des von der Exposition betroffenen Körperanteils und den biologischen Eigenschaften des bestrahlten Gewebes abhängt.

Durch die eingeleitete Energie kann im Gewebe eine Molekularbewegung gegen die Bindungskräfte angeregt werden. Veränderungen biochemischer Prozesse, Überwärmungen, evtl. Verbrennungen können die Folge sein. Besonders empfindlich ist die Linse des Auges, welche eine Trübung (grauer Star, "Strahlenkatarakt") erleiden kann.

Wichtige Expositionsmöglichkeiten sind:

  • Nachrichtentechnik (Mobilfunk), Funk, Fernsehen,
  • Ortung von Objekten, Radar in See-, Luft-, Raumfahrt, Wetterdienst, Warnsysteme, Abstandshalter,
  • Industrielle Materialerwärmung, z. B. Trocknen von Holz, Stoffen, Farben; Aushärtung von Kunststoffen, Klebern; Thermische Materialbearbeitung (Schmelzen, Sintern, Löten von Metallen, Kristallzüchtung); Garen von Lebensmitteln, Auftauen; Wäremetherapie in der Medizin.

Für die Prävention bestehen zwar Vorstellungen über Grenzwerte, diese sind bisher allerdings noch nicht verbindlich. Als Schutzmaßnahmen sind große Abstände zur Strahlungsquelle, Minimierung der Aufenthaltszeit im Strahlungsfeld, bei hohen Energiedichten zusätzlich das Tragen von Schutzbrillen zu empfehlen.

Welche Vorstellungen haben Sie über Wirkungen von Hochfrequenzfeldern?

Infrarotstrahlung

Im folgenden Blockbild ist der Bereich der optischen Strahlung dargestellt.

wellenl2.gif (14685 Byte)

Blockbild: Wellenlängenbereich der optischen Strahlung

Die Infrarotstrahlung umfaßt darin den Wellenlängenbereich von 1 mm bis 780 nm.

Eine beruflichen Exposition besteht insbesondere für Hochofenarbeiter, Gießer, Schmelzer, Heizer, Schweißer, Brenner, Glasbläser, Beleuchter.

Als typische Wirkungen sind Schmerzreaktionen (z. B. bei 10 kW/cm² bereits nach 5 Sekunden), evtl. Verbrennungen der Haut zu nennen. Das empfindlichste Organ ist wiederum das Auge. Ab 1,2 µm absorbiert die Linse den Hauptteil der Strahlung. Trübungen der brechenden Medien, beginnend am hinteren Linsenpol (grauer Star, "Feuerstar", "Glasbläserstar", Berufskrankheit Nr. 2401), können sich enwickeln.

Zur Prävention wird die Einhaltung eins Grenzwertes von 100 W/cm² vorgegeben. Neben Abschirmungen als technischer Maßnahme kommt der Einsatz von Brillen, Schutzgläsern und Schutzscheiben in Betracht.

go_next.gif (886 Byte)S.dazu auch: Leitlinie "Arbeit unter Einwirkung von Wärmestrahlung"

Hat Infrarotstrahlung eine aus arbeitsmedizinischer Sicht bedeutsame Wirkung?

Ultraviolettstrahlung (UV)

Die UV-Strahlung liegt im Wellenlängenbereich von 100 bis 400 nm und bildet die Grenze zur ionisierenden Strahlung (s.Tabelle "Spektrum elektromagnetischer Wellen" und Blockbild "Wellenlängenbereich der optischen Strahlung").

Eine berufliche Belastung durch natürliches, im Sonnenlicht enthaltenes UV besteht für Beschäftigte an Arbeitsplatzen im Freien, wie z. B. Bauarbeiter, Land- und Forstarbeiter, Seeleute.

Künstlich erzeugte UV-Strahlung wird zum Trocknen und Härten von Farben und Lacken, zum Entkeimen, in der Spektroskopie, der polygraphischen Industrie, bei der Mikrochipfertigung sowie in der Medizin für diagnostische und therapeutische Verfahren eingesetzt. Es entsteht im Lichtbogen, so z. B. beim Elektroschweißen.

Die biologische Wirkung beruht auf Fotoeffekten, auf zerstörenden oder stoffwechselbeeinflussenden Effekten in Zellgeweben und speziellen Wirkungen auf Nukleinsäuren und Zellkerne.

Neben der inviduellen Empfindlichkeit des Exponierten gegenüber UV aufgrund seines "Hauttyps" sind die Frequenzcharakteristik und Energiedichte für Art und Intensität der Wirkung ausschlaggebend. Mäßige Energiedichten können für das allgemeine Abwehrverhalten günstig und stabilisierend, bei bestimmten Krankheiten (Schuppenflechte, endogenes Ekzem, Rachitis) heilend wirken.

Bei hohen Dosen werden Bindehautentzündungen des Auges ("Photokeratitis", "Verblitzen"), Rötungen (Sonnenbrand) und vermehrte Pigmentbildung der Haut beobachtet.

UV-C wird für ein beschleunigtes Altern der Haut und die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich gemacht.

UV-A kann zum go_next.gif (886 Byte) grauen Star führen.

Außerdem können photochemische und photoallergische Reaktionen auftreten, wenn gleichzeitig eine Exposition gegenüber UV und bestimmten chemischen Stoffen erfolgt. Beispiele für derartige "Photosensibilisatoren" sind Teer, Pech, Anthrachinon-Farbstoffe, einige ätherische Öle und Duftstoffe.

Als indirekte UV-Wirkungen wären schließlich die Bildung von Ozon und nitrosen Gasen (aus dem Luftsauerstoff) und die Entstehung von Phosgen (z. B. durch Photooxidation von chlorierten Kohlenwasserstoffen beim Lichtbogenschweißen) zu nennen.

Zur Prävention sind technische Vorkehrungen (Abkapselung, Abschirmung, Sicherheitsabstände) und personenbezogene Maßnahmen (Schutzkleidung, Schutzbrillen, Hautschutzsalben mit hohem Lichtschutzfaktor) erforderlich.

Inwieweit kann eine UV-Exposition sowohl positive als auch negative Wirkungen haben?

LASER

Dieses Kunstwort ist die Kurzform für "Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation". Bei dieser Strahlung handelt es sich um eine kohärente Strahlung, die je nach verwendetem Medium (Rubin-, Neodym-, Helium-, Argon-, CO2-Laser) den weiten Wellenlängenbereich von 200 nm bis 1 mm umfaßt.

Berufliche Expositionsmöglichkeiten bestehen vorrangig durch Leitstrahlen beim Vermessen, bei der LASER-Materialbearbeitung (Schneiden, Bohren, Schweißen), in der Nachrichtentechnik (Lichtleiter), durch LASER-chirugische Techniken in der Medizin und Kosmetik.

Die Wirkungen hängen von der Wellenlänge der Strahlung, von der Leistungsdichte und der Betriebsart (Dauerstrich- oder Impulslaser) ab. Es werden Leistungsdichten bis zu 4 x 1015 W/cm² erreicht.

Im Vordergrund stehen thermische Zerstörungen der Haut und des Auges. Schädigung treten in der Regel unfallartig ein. Nicht selten sind "Streustrahlen", d. h. Reflexionen des Laserstrahls die Ursache.

Technische Präventionsmaßnahmen, wie Minimierung der Leistungsdichte auf das vertretbare Mindestmaß, Umschließung der Strahlführung, Ausschluß des Einblicks in den Laserstrahl, Vermeidung reflektierender Flächen im Umfeld, Gewährleistung einer hohen Allgemeinbeleuchtung sind erforderlich, ergänzend auch eine geeignete Kleidung (z. B. Leder) und Schutzbrillen mit abgestimmten Absorptionswirkungen.

In der DIN VDE 0837 und der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" (go_next.gif (886 Byte)VBG 93) sind die Gefährdungspotentiale der verschiedenen Laserklassen sowie die erforderlichen Schutzmaßnahmen detailliert festgelegt.

Welche Schäden sind bei Exposition gegenüber Laserstrahlung denkbar?

Ionisierende Strahlung

Man spricht von ionisierender Strahlung, wenn sie in der Lage ist, Atome und Moleküle so zu verändern, daß sie andere physikalische Eigenschaften erhalten. Man nennt diese so modifizierten Atome Ionen.

Es kann sich um Korpuskularstrahlen (Alpha-, Beta- und Neutronenstrahlung) oder Elektromagnetische Strahlen (l  < 3 nm; Röntgen-, Gamma-Strahlen) handeln.

Als Quellen (davon 80 % natürlich) sind das Sonnenlicht, Radon in Baustoffen und Lebensmitteln, für verschiedene Technologien künstlich erzeugte Strahlen, nur zu ganz geringen Anteilen der Fallout von Kernwaffenversuchen oder Havarien in kerntechnischen Anlagen zu nennen.

Physikalische Größen zu ihrer Charakterisierung enthält die folgende Tabelle.

Tabelle: Physikalische Größen ionisierender Strahlen
  SI-Einheit Alte Enheit
Aktivität Becquel (Bq) Curie (C)
Energiedosis Gray (Gy) Rad (rad)
Äquivalenzdosis Sievert (Sv) Rem (rem)
Ionendosis Coulomb/kg (C/kg) Röntgen (R)
Ladung, Energiedichte Elektronenvolt (eV)  

Berufliche Expositionsmöglichkeiten bestehen bei der Verwendung strahlender Substanzen zur Qualitätskontrolle, Verschleiß-, Füllstands- und Dickenmessung, zur zerstörungsfreien Materialprüfung, Haltbarmachung, in der Kerntechnik bis zur Entsorgung, der Anwendung in Forschungslaboratoien und in der Medizin beonders zur Diagnostik und bei der Geschwulsttherapie.

Nennen Sie einige wichtige Quellen für eine Exposition gegenüber ionisierenden Strahlen.

Die Wirkung am Menschen wird durch die Energie und die daraus resultierende Eindringtiefe bestimmt und beruht auf der Bildung freier Radikale oder Ionisation von Molekülen innerhalb der Zellen. Die kritische Grenze liegt bei 10 bis 15 eV.

Akute Wirkungen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt

Tabelle: Akute Strahlenschäden
Dosis Sofortsymptome Spätsymptome
bis 4,5 Gy Erbrechen, Schwindel, Abnahme der weißen Blutkörperchen Blutbildveränderungen, Fieber, Infektanfälligkeit, Blutungsneigung
bis 16 Gy wie vorstehend, zusätzlich Schock, Fieber, Bewußtseinseintrübung wie vorstehend,
zusätzlich Haarausfall, Durchfälle, starke Rötung der Haut, Schleimhautgeschwüre
über 16 Gy zusätzlich Kreislaufversagen, Koma, Blutungen meist kurzfristig tödlicher Ausgang

Ionisierende Strahlen zeigen eine Summationswirkung. Als chronische Wirkungen sind Gewebsveränderungen im Sinne einer Atrophie, Geschwürsbildungen an Haut und Schleimhäuten, Nervenschäden und Einwirkungen auf das genetische System bekannt. Letzteres ist die Erklärung für das Auftreten von bösartigen Tumoren vieler Organsysteme sowie von genetischen Schädigungen später geborener Nachkommen bei strahlenexponierten Personen.

Schäden durch ionisierende Strahlen werden als Berufskrankheit (BK Nr. 2402) anerkannt.

Die für Prävention bei potentieller beruflicher Exposition erforderlichen Maßnahmen werden in der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und der Röntgenverordnung (RöV) geregelt. Diese beinhalten z. B. eine Begrenzung der zulässigen Emission und Immion sowie konkrete Maßnahmen dazu, besondere Schutzmaßnahmen für Frauen im gebärfähigen Alter und Jugendliche, ebenso Vorschriften für eine spezielle medizinische Gesundheitsüberwachung. Durch das Tragen von Dosimetern wird die stattgehabte Strahlenbelastung bestimmt.

Haben Sie Vorstellungen über Einscheinungsbilder der akuten und chronischen Strahlenschädigung?


Berufskrankheiten durch physikalische Arbeitsumweltfaktoren

Nr.

Berufskrankheit  

2

Durch physikalische Einwirkungen verursachte Krankheiten 

21

Mechanische Einwirkungen

2101

Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- oder Muskelansätze, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können

2102

Meniskusschäden nach mehrjährigen andauernden oder häufig wiederkehrenden, die Kniegelenke überdurchschnittlich belastenden Tätigkeiten

2103

Erkrankungen durch Erschütterung bei Arbeit mit Druckluftwerkzeugen oder gleichartig wirkenden Werkzeugen oder Maschinen

2104

Vibrationsbedingte Durchblutungsstörungen an den Händen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können

2105

Chronische Erkrankungen der Schleimbeutel durch ständigen Druck

2106

Drucklähmungen der Nerven

2107

Abrißbrüche der Wirbelfortsätze

2108

Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten oder durch langjährige Tätigkeiten in extremer Rumpfbeugehaltung, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können 

2109

Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Halswirbelsäule durch langjähriges Tragen schwerer Lasten auf der Schulter, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können

2110

Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjährige, vorwiegend vertikale Einwirkung von Ganzkörperschwingungen im Sitzen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können

2111

Erhöhte Zahnabrasionen durch mehrjährige quarzstaubbelastende Tätigkeit

22

Druckluft

2201

Erkrankungen durch Arbeit in Druckluft

23

Lärm

2301

Lärmschwerhörigkeit

24

Strahlen

2401

Grauer Star durch Wärmestrahlung

2402

Erkrankungen durch ionisierende Strahlen
  ...........

6

Krankheiten sonstiger Ursache 

6101

Augenzittern der Bergleute


Hinweis:

Informationen zu physikalischen Arbeitsumweltfaktoren (Wirkungen, Krankheitsbilder, Prävention) finden Sie u.a. auch in folgenden on-line-Quellen:

Weitere Informationen erschließen Sie sich bitte über unser go_next.gif (886 Byte)LINK-Angebot.


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© E.Münzberger -    - letzte Revision: 21.02.05