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Gefahrenquellen sind insbesondere das Verarbeiten trockener, staubender Berylliumverbindungen, hauptsächlich das Mahlen und Abpacken, in etwas geringerem Maße das Gewinnen des Berylliums aus seinen Erzen und Zwischenprodukten. Gesundheitsgefährdend sind auch Arbeitsplätze, an denen Beryllium oder seine Verbindungen in Dampfform auftreten.
a) Akute Verlaufsform
In der Regel handelt es sich hier um eine nur 1 bis 2 Tage dauernde fieberhafte Erkrankung nach Art des sog. Metalldampffiebers unter Beteiligung von Haut und Schleimhäuten.
b) Toxische Berylliumpneumonie
Das unter a) genannte Krankheitsbild kann vorausgehen. Es treten starke Atemnot, Lippencyanose, Gesichtsblässe, quälender Husten und auskultatorisch über der Lunge festzustellende Rasselgeräusche hinzu. Im Gegensatz zur kruppösen Pneumonie fehlen jedoch rostbraunes Sputum und Schüttelfrost. Röntgenologisch können sich geringfügige Trübungen in den Mittelfeldern und Fleckelungen, ähnlich denen einer Miliartuberkulose, finden. Mit Beginn der zweiten Krankheitswoche zeigen sich homogene Verschattungen, die - von den Mittelfeldern ausgehend - auf Ober- und Unterfelder übergreifen. Hochgradige Cyanose, Nierenreizung mit Eiweißausscheidung im Urin und Leberschwellung sind Symptome der fortschreitenden Erkrankung, die nach 2 bis 3 Wochen oft infolge Lähmung des Atemzentrums zum Exitus letalis führen kann.
Günstigenfalls bilden sich die Veränderungen in der Lunge zurück, was charakteristischerweise Monate bis Jahre dauern kann. Gelegentlich besteht weiterhin Atemnot.
c) Chronische Verlaufsform - Berylliose
Diese häufig vorkommende Verlaulaufsform kann sich unmittelbar im Anschluß an die toxische Berylliumpneumonie, häufiger aber erst viele Jahre später, entwickeln. Atemnot, hartnäckiger, trockener Husten und z. T. beträchtliche Gewichtsabnahme bei meist normalen Körpertemperaturen sind gewisse Anzeichen hierfür.
Röntgenologisch findet sich eine mehr oder weniger ausgeprägte Fleckelung, ähnlich der bei der Miliartuberkulose bzw. Silikose. Sie fließt stellenweise zu homogenen Verschattungen zusammen und gleicht dann dem Bild der Boeckschen Erkrankung bzw. der sog. Talklunge oder einer Lungenfibrose.
Auch die Berylliose kann unter den Zeichen einer hinzutretenden Herz- und Kreislaufinsuffizienz tödlich verlaufen. Ggf. dauert die Erkrankung jahrelang.
d) Sonstige Krankheitserscheinungen
Insbesondere bei der akuten Verlaufsform sind evtl. sowohl die Haut in Form eines Hauterythems, einer Gesichtsdermatitis, eines vesikopapulären Ekzems als auch die Schleimhäute des Auges und der oberen Luftwege betroffen. Im Verlauf der toxischen Berylliumpneumonie können granulomatöse Veränderungen, die an Hautsarkoide erinnern, auftreten.
Infolge direkter Einwirkung der schädigenden Stoffe auf die Haut, z. B. von Berylliumsalzen, wie Fluoride, Oxyfluoride und Sulfate, können ulceröse Hautprozesse entstehen. Das Eindringen von Berylliumglassplittern kann zu lokalen Hauterkrankungen, wie Granulomen, führen, die schließlich unter Kleoidbildung abheilen. In Einzelfällen wurden auch Veränderungen im Knochensystem (sog. Berylliumrachitis), Leberparenchymschäden und Nervenlähmungen beschrieben.
Die verschiedenen Krankheitsbilder, wie generalisierte Hautgranulome
und toxische Berylliumpneumonie, können erst viele Jahre nach Exposition
in Erscheinung treten. Auch nach einmaliger Exposition wurden Erkrankungen
beobachtet. Im Verlauf der Berylliose kommen Remissionen vor.
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